Mit der einen Hand schnippt sie einen Dreiertakt, mit der anderen einen Zweiertakt, und dazu singt sie auch noch die Geigenmelodie: Wenn Amerikas Top-Geigerin Hilary Hahn in einem YouTube-Video AntonĂn Dvořáks Violinkonzert «in a nutshell» erklärt, dann wird sofort klar, warum sie gerade dieses Werk fĂĽr ihr langersehntes Luzerner Festivaldebut ausgewählt hat. Ăśbermut und Freude springen einen nur so an: Sie liebt dieses StĂĽck – und der Funke zĂĽndet sofort. Hilary Hahn verbindet Leichtigkeit mit Ernsthaftigkeit und Virtuosität mit Poesie. Gerade deshalb ist sie, wie viele meinen, eine Klasse fĂĽr sich. Genau wie die Wiener Philharmoniker: Was das Paradeorchester aus der Donaumetropole drauf hat an leidenschaftlicher Dramatik, zarten Nuancen und schmelzendem Sound, zeigt es mit der vielleicht besten Ballettmusik, die je komponiert wurde. Sergej Prokofjews Romeo und Julia erzählt Shakespeares «most excellent and lamentable tragedy» mit Verve, Witz und Wucht. Dirigent Tugan Sokhiev hat selbst eine Auswahl der schönsten Nummern zusammengestellt. Und wir lieben und leiden mit, hoffen bis zum letzten Moment — und verdrĂĽcken vielleicht auch ein paar Tränen.
Mitwirkende: Wiener Philharmoniker Tugan Sokhiev, Dirigent Hilary Hahn, Violine
Programm: 18.30 Uhr Konzerteinführung mit Susanne Stähr (Auditorium KKL Luzern)
AntonĂn Dvořák (1841–1904) Violinkonzert a-Moll op. 53
Sergej Prokofjew (1891–1953) Suite aus dem Ballett Romeo und Julia op. 64, zusammengestellt von Tugan Sokhiev
Pause um ca. 20.15 Uhr