Nur 5,5 Millionen Einwohner hat Finnland, noch ein gutes Drittel weniger als die Schweiz. Aber ständig ĂĽberrascht das Land die Musikwelt mit neuen hochkarätigen Musiktalenten – Mitteleuropa kann da nur staunen. Auch der Dirigent, mit dem das fabelhafte Amsterdamer Concertgebouw Orchestra in diesem Sommer nach Luzern kommt, ist ein Finne: Der 40-jährige Santtu-Matias Rouvali, Chef beim Londoner Philharmonia Orchestra, ist gelernter Schlagzeuger mit Spezialfach Marimba, hat einst in einer Band Soul und Funk gespielt und ist eher durch einen Zufall zu seinem heutigen Beruf gekommen. Wenn er am Pult tanzt und die Musik geschmeidig modelliert, dann sieht man seine Herkunft. Ganz abgesehen davon, dass Rouvali mit seinen Händen gleichzeitig zwei verschiedene Taktarten schlagen und mit den Beinen noch einen Gegenrhythmus markieren kann. Das kommt Prokofjews schmissiger FĂĽnfter Sinfonie fraglos zugute: Im Finale feiert sie einen Traum und stimmt ein umwerfendes Lied auf den glĂĽcklichen Menschen an. Aber auch Beethovens FĂĽnftes Klavierkonzert, das Rouvali mit VĂkingur Ă“lafsson auffĂĽhrt, verspricht spannend zu werden: Let’s swing!
Mitwirkende: Royal Concertgebouw Orchestra Santtu-Matias Rouvali, Dirigent VĂkingur Ă“lafsson, Klavier
Programm: 18.30 Uhr Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)
Ludwig van Beethoven (1770–1827) Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73
Sergej Prokofjew (1891–1953) Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100
Pause um ca. 20.20 Uhr