Davon träumt jede Sängerin und jeder Sänger: so schön und herzergreifend zu singen, dass selbst die wilden Tiere friedlich schnurren, die Furien versonnen summen und die Steine zu weinen beginnen. Genau diese Kunst beherrschte Orpheus, der sagenhafte Held, der mit seinem Gesang alle zu betören verstand — sogar die Dämonen in der Unterwelt. Kein Wunder, dass seine Geschichte zu einem der beliebtesten Opernstoffe aufstieg: Schon das älteste erhaltene Musikdrama aus dem Jahr 1600 gründet auf diesem antiken Mythos. Die berühmteste Orpheus-Oper aber schuf Christoph Willibald Gluck, und da er die Titelrolle für einen Kastraten schrieb, also für eine hohe Stimmlage, wurde sie alsbald auch von Frauen übernommen. Die grosse Cecilia Bartoli liebt diese Partie: «Orfeo versetzt uns mit seiner magischen Stimme in eine andere Welt. Er feiert die Liebe, steigt sogar in die Hölle hinab, um seine geliebte Euridice wiederzufinden. Bei dieser Musik kann man Gott berühren — mit den Ohren und der Seele.» Nicht mit Koloraturen wird Bartoli dabei brillieren, sondern mit himmlischen Kantilenen und zarter Nuancierungskunst. Und wir schweben auf Wolke sieben.
Mitwirkende: Les Musiciens du Prince – Monaco Il canto di Orfeo Gianluca Capuano, Dirigent Cecilia Bartoli, Orfeo Melissa Petit, Euridice und Amoret
Programm: 16.00 Uhr Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)
Christoph Willibald Gluck (1714–1787) Orfeo ed Euridice (nach der Parma-Fassung von 1769)
Konzertante AuffĂĽhrung mit deutschen und englischen Ăśbertiteln.
Diese AuffĂĽhrung hat keine Pause